Geschichte der "Kampfbahn Glückauf" 1946 - 1973
3.2 Umbauten für die Bundesliga

In der Diskussion um die Einführung einer zentralen Liga des DFB in der Bundesrepublik (sowie damit auch der weiteren Professionalisierung und Durchsetzung des Profitums) spielte dann natürlich auch die Frage nach den Voraussetzungen für Vereine in dieser höchsten Spielklasse eine Rolle. Eine der Voraussetzungen war naturgemäß die Verfügung über eine einwandfreie Platzanlage, die aus Sicht des DFB eine Flutlichtanlage haben musste und mindestens 35.000 Zuschauern Platz bieten musste.

Voll besetztes Stadion bei einem Bundesligaspiel

Parkplätze und weitere Anlagen mussten ebenfalls zur Verfügung stehen. In der "Kampfbahn Glückauf" standen insgesamt 35.520 Zuschauerplätze zur Verfügung, davon 3.238 überdachte und 1.962 nicht überdachte Sitzplätze sowie 4.800 überdachte und 25.520 nicht überdachte Stehplätze. Der FC Gelsenkirchen-Schalke 04 erfüllte also die Bedingungen für die 1963 eingeführte Bundesliga.

Angesichts einer finanziellen Notlage des FC Gelsenkirchen-Schalke 04 musste der Verein schon bald nach dem Start der Bundesliga, im Jahr 1965, die Glückaufkampfbahn an die Stadt Gelsenkirchen verkaufen. Die Stadt Gelsenkirchen trat an der Stelle des FC Gelsenkirchen-Schalke 04 in den 1950 und 1963 jeweils erneuerten Miet- bzw. Pachtvertrag mit der Mannesmann AG bzw. den Bergbau-Tochtergesellschaften dieses Konzerns ein und übernahm die Miete für das Gelände, während der Fußballklub einen Nutzungsvertrag mit der Stadt Gelsenkirchen abschloss. Gleichzeitig kaufte die Stadt die dem Fußball-Verein gehörenden Bauten der Sportanlage und überließ sie dem Verein ebenfalls zu Nutzung. Das Gelände der Glückaufkampfbahn blieb noch lange im Besitz der Mannesmannröhren-Werke AG, während ansonsten die Montankonzerne nach der Gründung der Ruhrkohle AG 1968/69 gerade auch ihren Grundbesitz neu ordneten und z. T. abgaben. Das Grundstück der "Kampfbahn Glückauf" wurde erst 1980 in städtischen Besitz übernommen. Mit dem Bau des Emscherschnellweges (Autobahn A 42), der nah an der Glückaufkampfbahn vorbei geführt wurde, war die Sportanlage an der Nordwestseite bereits zuvor etwas verkleinert worden, und es gingen für das Stadion Parkplätze verloren, die mit der Durchsetzung der Massenmotorisierung eigentlich dringend gebraucht wurden.

An der Glückaufkampfbahn wurden nach dem Besitzerwechsel noch einige Veränderungen vorgenommen, die dem Wandel des Zuschauerverhaltens entsprachen:

Die Tribüne mit der Fernsehkanzel, 1973. Quelle: Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen.

Die Tribüne mit der Fernsehkanzel, 1973

So erfolgte 1969 der Einbau von Stahlrohrtribünen als Zusatztribünen mit 1.812 Plätzen auf der Gegengeraden sowie die Installation von Wellenbrechern für die Stehblöcke. 1965/66 wurde im Tribünendach eine Arbeitsbühne für das Fernsehen geschaffen und damit die "Kampfbahn Glückauf" der fortschreitenden Verbreitung des Mediums Fernsehen angepasst.
Bis 1973 blieb der FC Gelsenkirchen-Schalke 04 in der Glückaufkampfbahn, dann wechselte er in das neue Parkstadion. Das letzte Bundesligaspiel in der Glückaufkampfbahn fand am 6. Juni 1973 statt - Schalke gewann mit 2:0 gegen den Hamburger SV und rettete sich damit vor dem Abstieg.

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© Dr. Stefan Goch / Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (2003)

 

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