Geschichte der "Kampfbahn Glückauf" 1927 - 1945
2.4 Ausbau

Aber selbst die große und für die damaligen Verhältnisse moderne "Kampfbahn Glückauf" reichte bei dem großen Zuschauerandrang nicht aus:

Am 17. März 1929 kamen zum Spiel gegen Schwarz-Weiß Essen (0:0) 40.000 Zuschauer, zum Spiel gegen die gleiche Mannschaft am 26. Januar 1930 (3:2) kamen 35.000 Zuschauer, und nach der Aufhebung der Sperre kamen am 1. Juni 1931 gar 70.000 Zuschauer zum Spiel gegen Fortuna Düsseldorf (1:0), was auch deswegen noch möglich war, weil die Zuschauer noch nicht auf Stufen standen, sondern auf den Erdwällen, die noch die Stehränge bildeten. Gegen attraktive Gegner wurden in den folgenden Jahren immer wieder 35.000 und mehr Zuschauer gezählt.

Als die "Kampfbahn Glückauf" eröffnet wurde, war die Sportanlage noch nicht vollständig, die Planungen von 1927/28 sahen schon weitere Ausbauten vor, die erst Jahre später realisiert werden konnten.

So waren insgesamt drei Spielfelder, auch für Trainingszwecke, vorgesehen, die aber erst bis 1933 fertig gestellt wurden.

70.000 Zuschauer drängen am 1. Juni 1931 in die "Kampfbahn Glückauf". Quelle: Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen.

70.000 Zuschauer drängen am 1. Juni 1931 in die "Kampfbahn Glückauf"

Bis an den Spielfeldrand und selbst auf den Toren saßen die Zuschauer. Quelle: Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen.

Bis an den Spielfeldrand und selbst auf den Toren saßen die Zuschauer

Zeitungsbericht zum 1. Juni 1931

Zeitungsbericht zum 1. Juni 1931

 Auch war schon zu Zeiten der Eröffnung der "Kampfbahn Glückauf" geplant, die ganze westliche Seite des Stadions für die Zuschauer zu überdachen. So wurde die Glückaufkampfbahn schrittweise weiter ausgebaut und in den 1930er Jahren modernisiert und der Fortentwicklung des Massenzuschauersports angepasst.

Nun entstand bis 1936 die Haupttribüne mit einem weit ausladenden 110 m langen Dach, einer Stahlkonstruktion auf schmalen Stützen mit im oberen Bereich verglasten Tribünenseitenwänden. Auf der neuen Tribüne fanden sich 2.700 Sitzgelegenheiten. Die rückwärtige Tribünenwand wurde zweigeschossig errichtet und in Bruchsteinmauerwerk ausgeführt. Die turmartige Mauerkrone trägt Konsolsteine. Die stilistischen Eigenarten des Tribünengebäudes machen die Annahme sehr wahrscheinlich, dass die Planungen für dieses Bauwerk von der Mannesmann-Bauabteilung unter Leitung des Industriearchitekten Dr. Hans Väth (1897-1950) durchgeführt wurden. 1939 wurde auf den Wällen für die Besucher eine Stehstufenanlage gebaut. In der immer weiter ausgebauten Sportanlage erlebte der FC Gelsenkirchen-Schalke 04 große Erfolge: In der Zeit, als die Schalker Fußballer in der "Kampfbahn Glückauf" zu Hause waren, wurden sie 1934, 1935, 1937, 1939, 1940 und 1942 und 1958 Deutscher Meister, 1937 zugleich Pokalsieger und nochmals 1972 Pokalsieger.

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© Dr. Stefan Goch / Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (2003)

 

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