Geschichte der "Kampfbahn Glückauf" 1927 - 1945
2.2 Bau

Die Durchführung der Baumaßnahmen übernahm Heinrich Pieneck, damals Geschäftsführer der Tiefbaufirma August Jaeger, später Vorsitzender des Fußballklubs (1940-1945). Weiterhin halfen die Mitglieder und Freunde des Fußballvereins beim Bau selbst mit und kauften so genannte Bausteine zum Preis von einer, zwei, drei, fünf oder zehn Mark zur Finanzierung des neuen Spielplatzes. Die Baustein-Spenden sollten einige Jahre später zurückgezahlt werden. Diese Zusage konnte der Fußball-Verein allerdings nicht einhalten, was die Spender aber klaglos verschmerzten. Die übrigen Schulden, die der Verein bei der Errichtung seiner Sportanlage machen musste, wurden von Spiel zu Spiel mit den Eintrittsgelder abgebaut. Die Stadt Gelsenkirchen bzw. dann die neue zum 1. April 1928 gebildete Stadt Gelsenkirchen(-Buer), die aus der Zusammenlegung der Städte Gelsenkirchen und Buer und des Amtes Horst entstand, unterstützten ebenfalls das Bau-Projekt des Fußballvereins, auch mit Krediten. Bei späteren Erweiterungen wurden in Zeiten der großen Wirtschaftskrise auch so genannte Notstandsarbeiter aus öffentlichen Beschäftigungsprogrammen eingesetzt. Für die Unterstützung der Stadt Gelsenkirchen beim Bau des neuen Stadions bedankte sich der Schalker Fußballverein, indem er den Stadtnamen in den Vereinsnamen aufnahm. Fortan hieß der Verein "FC Gelsenkirchen-Schalke 04".

Grundsteinlegung , 8. August 1927
(in der Mitte der Vereinsvorsitzende Fritz Unkel)

Der erste Spatenstich für den Bau der neuen Spielstätte des aufstrebenden Schalker Fußballvereins erfolgte am 1. August 1927. Die Grundsteinlegung feierte man am 8. August 1927. Im Anschluss an die Grundsteinlegung traf man sich zu einem "Beisammensein" - so die Einladung - im Restaurant "Kaiserhalle" Thiemeyer am Schalker Markt.

Als der Schalker Fußballverein seine Sportstätte errichtete, hatte diese noch überhaupt keinen Namen. Erst eine Mitgliederversammlung des Fußballvereins einigte sich im Juni 1928 auf den Namen "Kampfbahn Glückauf" und drückte mit der Verwendung des Bergmannsgrußes die Verbundenheit zur lokalen Industrie und vor allem zum Bergbau aus.

Aufschüttung des Erdwalls für die Zuschauerränge. Quelle: Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen.

Aufschüttung des Erdwalls für die Zuschauerränge

Der Bau der "Kampfbahn Glückauf", für die umfangreiche Erdarbeiten erforderlich waren, dauerte nur etwa ein Jahr. Das Hauptspielfeld wurde mit einem Erdwall für die Zuschauer umgeben. Das Spielfeld war mit einer festen Betoneinzäunung vor dem Zuschauerwall versehen, wobei auf der westlichen Seite eine Lücke für den geplanten Bau eines Tunnels mit Plätzen für die Presse auf dem Dach blieb.
Um die Stehtribünen wurde eine Baumbepflanzung angelegt. Ursprünglich waren nur Stehplätze vorgesehen worden, es wurden dann aber doch 1.200 Sitzplätze gebaut. Zunächst wurde aber keine größere Haupttribüne errichtet. Insgesamt standen schließlich etwa 34.000 Stehplätze zur Verfügung. Weiterhin wurden sechs Umkleideräume, ein Raum für den Schiedsrichter und sanitäre Anlagen gebaut. Für die im Ersten Weltkrieg umgekommenen 17 Vereinsmitglieder wurde auf der Sportanlage - zeittypisch - ein kleines Ehrenmal mit einem Gedenkstein auf einem rechteckigen Platz geschaffen. Am Haupteingang von der damaligen König Wilhelm-Straße wurde eine Eingangsanlage erbaut - der mittlere Eingang war für die Besitzer von Vorverkaufskarten vorgesehen und rechts und links fanden sich jeweils weitere zwei Kassenhäuschen, wo Eintrittskarten gelöst werden konnten. Das Hauptportal war in den Vereinsfarben blau und weiß gehalten.

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© Dr. Stefan Goch / Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (2003)

 

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