Geschichte der "Kampfbahn Glückauf" 1927 - 1945
2.1 Planung

Angesichts der stark steigenden Zahl von Zuschauern, die der Schalker Spielplatz an der Grenzstraße nicht mehr fassen konnte, beschloss eine Versammlung des Schalker Fußballvereins am 19. Juni 1927 den Bau eines neuen eigenen Stadions. Der erste, der den Gedanken äußerte, dass der Verein ein neues Stadion bauen sollte, war nach zeitgenössischen Berichten Willi Nier, der Finanzobmann des Vereins, der sich 1930 im Rhein-Herne-Kanal ertränkte, weil er die Schmach der Sperre des Vereins durch den Westdeutschen Spielverband nach der Zahlung verbotener Prämien an die Spieler nicht ertragen konnte. Der Entschluss des Vereins, einen eigenen Spielplatz zu errichten, war angesichts der für den Bau einer vereinseigenen Platzanlage notwendigen Mittel durchaus mutig und selbst bei guter Kassenlage des Vereins ein großes Risiko. Um den Platz nach der an sich schon finanziell risikoreichen Herrichtung weiter zu unterhalten, waren ja auch dauerhaft gute Einnahmen wichtig. Als der Schalker Verein also sein Stadion-Projekt plante, ging er davon aus, auch zukünftig viele Zuschauer anlocken zu können, da nur Eintrittsgelder dem Verein dauerhaft Einnahmen verschaffen konnten. In Schalke war also durchaus realistisch die Entwicklung zum Massenzuschauersport erkannt worden.

Zunächst gab es für den Bau der neuen Platzanlage aber auch zahlreiche Helfer und Förderer im Verein, aus dem Umfeld des Vereins und in der Stadt. Das Stadion konnte auf einem Grundstück der Firma Mannesmann, der die Zeche Consol gehörte, die wiederum schon lange mit dem Fußballverein verbunden war, errichtet werden. Das Gelände wurde vom FC Schalke 04 von den Mannesmannröhren-Werken bzw. der Zeche Consolidation gepachtet. Das über 60.000 Quadratmeter große Grundstück dürfte im Rahmen der üblichen Bodenbevorratungspolitik des Bergbaus, die auch Ersatzansprüchen wegen Schäden durch Bergsenkungen zuvorkommen sollte, von der Zeche Consolidation erworben worden sein. Das Grundstück war bis dahin u.a. als Lagergelände genutzt bzw. für solche Zwecke von der Zeche Consolidation verpachtet worden. Die Zeche Consolidation half dem Schalker Fußballverein aber auch noch weiter: Die Planung und die Durchführung des Baus wurden durch die Bauabteilung der Zeche Consolidation gewährleistet. Bautechnischer Planer der neuen Schalker Sportanlage war der Baumeister bzw. Leiter der Bauabteilung der Zeche, Fritz Laser.

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© Dr. Stefan Goch / Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (2003)

 

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