| 2.1 Planung
Angesichts der stark steigenden Zahl von Zuschauern, die der
Schalker Spielplatz an der Grenzstraße nicht mehr fassen konnte,
beschloss eine Versammlung des Schalker Fußballvereins am 19.
Juni 1927 den Bau eines neuen eigenen Stadions. Der erste, der
den Gedanken äußerte, dass der Verein ein neues Stadion bauen
sollte, war nach zeitgenössischen Berichten Willi Nier, der
Finanzobmann des Vereins, der sich 1930 im Rhein-Herne-Kanal
ertränkte, weil er die Schmach der Sperre des Vereins durch den
Westdeutschen Spielverband nach der Zahlung verbotener Prämien
an die Spieler nicht ertragen konnte. Der Entschluss des
Vereins, einen eigenen Spielplatz zu errichten, war angesichts
der für den Bau einer vereinseigenen Platzanlage notwendigen
Mittel durchaus mutig und selbst bei guter Kassenlage des
Vereins ein großes Risiko. Um den Platz nach der an sich schon
finanziell risikoreichen Herrichtung weiter zu unterhalten,
waren ja auch dauerhaft gute Einnahmen wichtig. Als der Schalker
Verein also sein Stadion-Projekt plante, ging er davon aus, auch
zukünftig viele Zuschauer anlocken zu können, da nur
Eintrittsgelder dem Verein dauerhaft Einnahmen verschaffen
konnten. In Schalke war also durchaus realistisch die
Entwicklung zum Massenzuschauersport erkannt worden.
Zunächst gab es für den Bau der neuen Platzanlage aber auch
zahlreiche Helfer und Förderer im Verein, aus dem Umfeld des
Vereins und in der Stadt. Das Stadion konnte auf einem
Grundstück der Firma Mannesmann, der die Zeche Consol gehörte,
die wiederum schon lange mit dem Fußballverein verbunden war,
errichtet werden. Das Gelände wurde vom FC Schalke 04 von den
Mannesmannröhren-Werken bzw. der Zeche Consolidation gepachtet.
Das über 60.000 Quadratmeter große Grundstück dürfte im Rahmen
der üblichen Bodenbevorratungspolitik des Bergbaus, die auch
Ersatzansprüchen wegen Schäden durch Bergsenkungen zuvorkommen
sollte, von der Zeche Consolidation erworben worden sein. Das
Grundstück war bis dahin u.a. als Lagergelände genutzt bzw. für
solche Zwecke von der Zeche Consolidation verpachtet worden. Die
Zeche Consolidation half dem Schalker Fußballverein aber auch
noch weiter: Die Planung und die Durchführung des Baus wurden
durch die Bauabteilung der Zeche Consolidation gewährleistet.
Bautechnischer Planer der neuen Schalker Sportanlage war der
Baumeister bzw. Leiter der Bauabteilung der Zeche, Fritz Laser.
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